Die Kommunikation der Psychophanie


Die Psychophanie basiert auf einem Dialog von Unterbewusstsein zu Unterbewusstsein. einer emphatisch-intuitiven Kommunikation  zwischen Klient und Therapeut.  Obwohl diese Kommunikationsform, seit etwa 20 Jahren anerkannt ist und untersucht wird, (1) findet sie weder in den theoretischen Modellen der Neurologie oder der Erkenntniswissenschaften ihren Platz, noch in jenen der klassischen Psychoanalyse.

 

Allerdings weist schon die Psychoanalytikerin Francoise Dolto daraufhin, dass die erste Verbindung eines Neugeborenen mit seinen Eltern sich durch eine " Kommunikation von Wesen zu Wesen " vollzieht, eine Kommunikation, die vielschichtig verläuft und emphatisch oder intuitiv genannt wird. Diese Kommunikationform, die Dolto bezeichnender Weise als "die Sprache des Herzens" versteht, ist Voraussetzung dafür, dass das Baby vor der Sprachwerdung mit seinen  Eltern zu kommunizieren lernt und sie bildet auch die Grundlage dafür, dass es sich und seine Umwelt konzipiert; Es handelt sich dabei also um sog. "orginäre Bahnen" (2) an Kommunikation, die jenseits der Sprachfähigkeit liegen. Sie werden allerdings  mit dem Spracherwerb, und damit durch das Denken zurückgedrängt und agieren nun mehr oder weniger im Unterbewussten.

 

Die Psychophanie ist nichts anderes als ein bewusstes Einbeziehen  dieser Kommunikationsfähigkeit - oder wie der französische Psychoanalytiker Philipe Sièca  auch sehr treffend sagt - eine neue Form des therapeutischen Hörens :der Therapeut setzt das intuitiv aufgefasste Erleben seines Gegenübers in Worte um.

 

Ähnlich wie bei der  Hypnose bzw. Regressionstherapie bedient sich die  Psychophaniie  unbewusster mentaler Strukturen. Nennen wir es Unterbewusstsein - vielleicht  ist es vielmehr eine andere Instanz in uns, die sich dadurch ausspricht. Anne-Marie Vexiau nennt sie " das innere Wesen "Wenn aber die Psychophanie sich innerhalb dieser un-bewussten Strukturen bewegt, so ist es nicht wirklich erstaunlich, dass sie eben auch jenes seelische Erleben zur Sprache bringt, das uns bedrückt oder beschränkt, ohne dass wir es  benennen könnten.

 

 

 

 Wer nach außen schaut, träumt.

   Wer nach innen schaut, erwacht.

                                                                                                                       C.G.Jung

 

 Quellen:

 

(1) "Warum ich fühle was du fühlst "    

Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone    Joachim Bauer Heyne Verlag 2006

 

(2) Piera Aulagnier "La violence de l'interprétation" 

 

Denise Seneca über die Psychophanie: L'étrange et magique rencontre de deux êtres

hier die deutsche Übersetzung

 

Vorwort des Psychoanalytikers Didier Dumas

zu dem Buch

" La communication d'inconscient à d'inconscient - une nouvelle écoute therapeutique"

von Phillipe Sieca, Psychoanalytiker - Paris)

 Le Souffle d'Or -  Verlag 2006)